im November

, speziell am Neunten dieses Jahres, denke ich natürlich zurück an den MAUERFALL. War ja eigentlich mehr eine Grenzöffnung. Ein bißchen muss ich darauf bestehen, dass die WENDE nicht so sehr in Berlin, sondern viel früher und viel mehr in der belächelten Provinz eingeleitet wurde. Und die Tapferen, die in Berlin Widerstand leisteten, kamen fast alle aus der Provinz. Aus Leipzig, Karl-Marx-Stadt, Jena, Erfurt und so. Ich saß am 9. November 1989 relativ nichtsahnend aber in seit Wochen gespannter Verfassung mit meinen Kollegen vom Kabarett „Lachkartenstanzer“ (heute: Chemnitzer Kabarett) zusammen, als per Tagesschau die unglaubliche Nachricht kam, dass die Ausreise aus der DDR ab sofort auch ohne Genehmigung möglich ist. Was wäre ich da gern in Berlin gewesen! Aber einfach alles stehen und liegen lassen, um mal in den Westen zu gucken, das brachte ich nicht fertig. Ich wartete bis Samstag nach dem Mauerfall, um zum ersten Mal nach Westberlin rein zu fahren. Unglücklicherweise zuerst nach Wedding. Wie unspektakulär, wie wenig bunt und duftend! Acht Jahre später fuhr ich zum Arbeiten täglich mitten rein in den Glitzerwesten. Zu RTL-Radio am Ku´damm.

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