im April

meinem Geburtstagsmonat, konnte ich schon einiges erledigen. So nutzte ich das Geburtstagswochenende zum Vorrichten. Tja, det wissn Berliner jetzt nich, wat vorrichten ist. Wir Sachsen meinen damit renovieren, malern, die Wohnung schön machen. Bei mir war die Küche dran. Zu meinem Glück musste ich nicht allein…

Neulich war ich im Fernsehen. Nicht zu sehen. Sondern zu hören. In der beliebten Reihe des SWR „Eisenbahnromantik“ traten auch verschiedene Französinnen auf, denen ich meine Stimme lieh. Ich muss gestehen, dass ich zuvor noch nie „Eisenbahnromantik“ gesehen hatte.

Ich muss des weiteren gestehen, dass ich die Auftritte und Beachtung Greta Thunbergs übertrieben finde und davon ausgehe, dass zumindest ihre wundersame Bekannt-ja Berühmtwerdung gesteuert war/ist. Und wieder muss der gute alte Cicero herhalten: Cui bono? Das hilft Erklärungen zu finden.

Keine Worte habe ich für das, was derzeit in Frankreich abgeht. Die Meldungen über geschändete Kirchen in allen Landesteilen häufen sich seit Jahresbeginn. Man hat sich scheinbar daran gewöhnt, nimmt es hin. Und nie eine Meldung über Verdächtige. Wer zündet denn Kirchen an? Schlägt Altäre kurz und klein? Heute nun der vorläufige Höhepunkt: Großfeuer in der Notre Dame de Paris. Die Bilder sahen infernalisch aus.

im März

hat Berlin heute – am Achten des Monats – also erstmals einen Feiertag. Zu Ehren der Frauen. Wirklich? Nicht eine Trotzhandlung? Wir haben in Berlin die wenigsten Feiertage! In der Hauptstadt! Das kann nicht sein. Die Favoritin nimmt sich jetzt, was ihr zusteht. Feiertag am 8. März (nicht am 31. Oktober, wie die nächsten Nachbarn Brandenburg und Sachsen, nicht am 9. November, wie Historiker vorschlugen, nicht am 3. Oktober, wie es viele für folgerichtig gehalten hätten). 8. März interessierte in der Bundesrepublik bisher wenige. In der DDR wurden die Frauen an diesem Tag verordnet geehrt. Nun also ist der 8. März allen Berlinern verordnet worden. Es gibt Schlimmeres als einen Feiertag. Man kann ausschlafen, Wohnung putzen, Wandern gehen….

Wie man Frauen wirklich ehren könnte? Man gibt allen Frauen an diesem Tag arbeitsfrei. Konsequent freier Tag für Frauen am 8. März!

im Februar

haben wir immerhin schon den elend langen wie sinnlosen Januar hinter uns. Im Faschingsmonat stehen so viele Dienste/Schichten wie nie in meinem Kalender. Die Winterferien, die Erkältungswelle…. Da wird auch mal Ersatz gesucht.

Erfreut haben mich gleich in den ersten Wochen des Jahres einige Sonnentage, die „Blues Brothers“ im Theater Meiningen, ein Erwerb in der Dresdner Schmuckgalerie Bluemarine, schöne Podcasts, Tulpen in allen Farben, Judith Schalanskys „Verzeichnis einiger Verluste“, ein TV-Interview mit Michael Wolfssohn und natürlich meine Liebsten. Richtig sauer machten mich… Ach nö, in diesem Jahr will ich mich nicht ärgern, habe ich mir vorgenommen. Ich wüsste nicht, wo anfangen

im Dezember

…frage ich mich seit Jahren, wie die letzten 12 Monate so schnell vergehen konnten. Und mir fällt auf, dass ich jetzt definitiv nicht mehr jung bin. Schon wieder ein Jahr rum, wo ist nur die Zeit hin?!  Das fragt man doch als 20jährige nicht!  Jedenfalls ist jetzt schon wieder Weihnachten. Und ich freu mich drauf. Auch wenn die Feiertage wieder mit allerlei Fahrerei und einigen Schichten verbunden sind. Radio hat wie Zeitung, Krankenhaus, Polizei, Feuerwehr und und… rollende Woche. Kennt keine Feiertage. Ein wenig ruhiger ist es während der Weihnachtszeit schon in den Redaktionen. Hoffen wir, dass die Nachrichtenlage so bleibt. Ich erbitte mir keine Katastrophen, keine Anschläge und ähnliche Ungeheuerlichkeiten in den letzten Tagen des Jahres.  Dafür nehme gern ich langweilige Nachrichtenschichten in Kauf.

In diesem Sinne, allen frohe, gemütliche, friedliche Weihnachten!

P.S. Auch kurz vor Jahresschluss komme ich aus dem Kopfschütteln nicht raus. Hat sich doch erwiesen, dass der SPIEGEL ein kleines Bißchen Lügenpresse ist. Meine Konsequenz: selbstverständlich wird sich in alternativen Medien, Blogs und Artikeln informiert. So kann ich selbst abwägen, ob mir wer einen Bären aufbindet.

im November

durfte ich zu meiner Freude in einer neuen Episode der TerraX-Reihe des ZDF sprechen. Ich bin die deutsche, besser die berlinerische Stimme einer resoluten Sekretärin in einem Berliner Kommissariat  in den 20er Jahren. Ausstrahlungstermin weiß ich noch nicht.

Außerdem hatte ich die erfreuliche Nachricht vorzulesen, dass in Berlin der 8. März künftig gesetzlicher Feiertag wird. Ich finds klasse! 8. März – Internationaler Frauentag = Feiertag in Berlin. Sollte jemand solch einen Tag unnötig finden, führe er sich die neuesten Statistiken über Gewalt gegen Frauen, Ungleichbezahlung, Zwangsverheiratungen vor Augen. Außerdem hat Berlin von allen Bundesländern die wenigsten gesetzlichen Feiertage.

Für „meine“ 4jährigen in der KiTa Berlin-Mitte habe ich fleißig Weihnachtsbilderbücher gesammelt. In diesem Jahr soll es nur noch gemütlich zugehen (die Bayern haben den schönen Begriff „stade Zeit“) Die Kinder sind inzwischen mit Feuereifer meine Zuhörer. Ich werde wohl bis zum Ende ihrer Kindergartenzeit ihre Lesepatin bleiben.

im Oktober

kommt am heutigen Sonntagabend im MDR die Dokumentation „Wie bleiben wir mobil? Die Zukunft ohne Autos“. In der Hoferichter- und Jacobs-Produktion leihe ich einer munteren norwegischen Stadtplanerin meine Stimme. Der wirklich interessante Film von Jan Tenhaven ist auch noch in der Mediathek anzuschauen. Diese Aufträge abseits meiner Radio-Dienste machen stets großen Spaß. Mein großer Traum ist eine Rolle in einem Hörspiel!

Traumhaft waren einige sonnige Urlaubstage in meinem Erzgebirge. In der Nähe von Seiffen, nahe Böhmen (eine liebliche abwechslungsreiche Landschaft) Lange Wanderungen mit der Hündin, das deftige sächsisch-böhmische Essen, die so freundlichen Erzgebirger machten den Kurztrip zum reinen Vergnügen. Selbstverständlich wurden Räuchermänner und allerhand Holzschnitzkunst gekauft. Wenn man schon mal in der Spielzeugstadt ist…

im September

hab ich nur noch den Herbstanfang abgewartet…. Fast kalenderpünktlich kamen Regen, Sturm und 10 Grad höchstens. Und dabei konnte man noch 3 Tage zuvor im Liepnitzsee baden! Aber der Sommer 2018 war denkwürdig. Ich kann mich nicht erinnern, je so viele heiße trockene Tage am Stück erlebt zu haben. Mir hat der Sommer 2018 fast ein wenig Angst gemacht. Experten mahnten sogar, das sei erst der Anfang (gewesen). Nicht, dass jetzt auch noch ein heißer Herbst folgt…

im August

… geht es weiter mit der Hitze. Mir persönlich ist jetzt warm genug. Und ich habe nun tiefes Verständnis für die Langsamkeit der Südländer (Trägheit verbiete ich mir zu schreiben…). Bei 36 Grad und Trockenheit ist Rumsitzen im Schatten oder einem kühlen Haus einfach das Beste.

Erstmals wünsche ich mir für meinen Urlaub …. kühlere Temperaturen. Bis Ende des Monats wird das vielleicht was. In den Bergen und am Meer.

Bis dahin wird fleißig gearbeitet.

im Juli

… war es viel zu heiß! Also bitte, wer hat sich wochenlang 30 Grad plus gewünscht? Und Nachttemperaturen von 27 Grad? Gut, wenn man – wie ich – viele Schichten/Dienste im Kalender hat, geht es. Ich war nämlich tagelang in gut gekühlten Studios zugange…..

im Juni

Fußball-WM? Ist für mich persönlich uninteressant … (um mit Wilfried Schmickler zu sprechen; der Kabarettist ist ordentlich linientreu und wohlfeil. Der hätte glatt in ein DDR-Kabarett gepasst. Wie seine ebenso die angesagte Meinung hoch haltenden Kölner Kollegen) Interessant ist für mich stattdessen, was Bruno Jonas schreibt und sagt, Henrik M. Broder, Chaim Noll, Uwe Steimle… Von denen lese und höre ich, was zu kriegen ist. So.

Juni ist mein Lieblingsmonat. Die langen Tage und milden Nächte, die Farben, endlich Sommerkleidchen, endlich Hiddensee!

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