im September

rücken nicht nur der Herbst, sondern auch unabsehbare Kosten näher. Weil wir das Klima retten wollen. Das Klimakabinett verabschiedet ein Klimapaket (CO2-Steuer heißt nicht CO2-Steuer, Flugtickets nur ein bißchen teurer, Neubau nur noch klimaneutral – darf aber nicht so viel kosten, der Neubau) und die Jugend ruft zum großen Klimastreik auf. Will die Regierung zwingen zum Klimaschutz. Dabei lässt die Regierung doch nachdenken und durchrechnen… sie ist echt einig mit der rebellischen Jugend. Überhaupt sind sich alle seltsam einig. Kein Widerstand, nirgends. Wo sind die Künstler, Denker, Bands, Kabarettisten, Aktivisten, die die Regierung/Politik kritisieren? Man hört sie kaum. Stattdessen Staatskünstler (erfolgreich), die sich von Ministern und Präsidenten beklatschen lassen. Sofortiges Misstrauen! (ich rede nicht von Hiphoppern wie Timati oder dem muslimischen Superstar Maher Zain – der eine besingt Putin, der andere wird von Erdogan verehrt)

Aber ich will mich nicht wundern. Sondern mir treu bleiben. Nur weil es mir tausendfach entgegengerufen (oder-geschrieben) wird, muss etwas noch lange nicht gut für mich sein. Da bin ich besonders vorsichtig.

im August

erfreue ich mich an den Spätsommertagen und -abenden. Die sollten so lange es geht genutzt werden. Im T-Shirt draußen sitzen, schwimmen in den lauwarmen Brandenburger Seen, grillen, das neugekaufte Sommerkleid ausführen…. Arbeiten gehe ich natürlich auch. Nach einem ausgiebigen Urlaub in Finnland freute ich mich auch wieder auf meine Sprecher-Dienste bei Inforadio und die Redakteursschichten bei rbbKultur und Antenne Brandenburg.

Am wichtigsten Tag des Jahres, dem der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen, habe ich frei. Ich habe Wahlkämpfe und -reden aufmerksam verfolgt, auch die Berichterstattung darüber – und mir mein eigenes Bild gemacht. Von Vor-Wahlgeschenken wie jetzt der angekündigten Abschaffung des Soli ab 2021 halte ich gar nichts! Jeder weiß doch, dass derartige Zugeständnisse an anderer Stelle wieder „draufgepackt“ werden. Als nächstes kommt ja eine CO2-Steuer….

im Juli

habe ich noch ganz schnell fünf Schichten beim MDR in Dresden, drei Nachtschichten bei Antenne Brandenburg in Potsdam, zwei Redaktionsschichten bei rbbKultur (es heißt nicht mehr rbb Kulturradio) und fünf Sprecher-Schichten bei Inforadio absolviert, bevor es morgen in den Sommerurlaub geht. Ins Land der tausend Seen (es sind mehr als 180.000) – nach Finnland. Mit dem Auto, weil die gute alte Hündin mit soll. Über Warschau, Riga, Tallin – wenn man schon mal in nördlichen Gefilden unterwegs ist, sollte man sich diese Perlen anschauen.

Warum Finnland? Es ist nicht so heiß. Es ist herrlich menschenleer. Die Natur ist gewaltig und intakt. Man kann tatächlich ein Häuschen auf einer Insel in einem See für sich mieten! Die Freundin in Tampere, die finnisch kann und alle Geheimtipps kennt. Die Sommer-Abende bieten grundsätzlich open-air-Konzerte aller Art. Es wird garantiert himmlisch.

Für die nächsten drei Wochen habe ich mir Nachrichten-Abstinenz verordnet. Die letzten, die ich heute zu verlesen hatte, waren wieder keine guten: Christliche Kirchen in Deutschland haben wieder massiv Mitglieder verloren – 440.000 Kirchenaustritte gab es 2018 (2017 waren es mehr als 600.000). Das Land Brandenburg verweigert AfD-nahen Einrichtungen Fördergelder (dabei denken wir uns gar nichts Böses). In Athen hat die Erde gebebt.

im Juni

habe ich schon vier für mich neue, herrlich einsame, saubere, schattige Waldseen im Brandenburgischen bebadet. Selbstverständlich verrate ich die Standorte nicht. Ich will ja weiterhin allein sein dort. (Zum Umrunden mit Hund bei Hitze eignen sich übrigens hervorragend der Stechlin und immer wieder der Liepnitzsee.)

Die Hitze. Schöne Variationen hat mein Lieblingsschriftsteller M. Biskupek gesammelt: ….. Gluthitze. Höllenhitze. Bullenhitze. Affenhitze. Knallhitze. Bruthitze. Soone Hiddse…. Ich ergänze: änne Dämmse und isdasheeß (echt sächsisch)

Die 30-Grad-Tage-haben alle Klima-Anlagen aktiviert und prompt holte ich mir einen fiesen Infekt. Ich war so heiser und verschnupft, dass ich meine Sprecher-Schichten absagen musste. Kaum genesen, springe ich für erkrankte Kollegen ein. Sie grassieren, die Sommer-Erkältungen.

Für die Vorstellung in der Staatsoper Unter den Linden bin ich jedenfalls schnupfenfrei. Ich darf endlich die Staatskapelle hören. Unter Daniel Barenboim (der nun auf Lebenszeit Chef dort bleibt). Mit Tristan und Isolde! Seit Wochen freue ich mich darauf!

Und ich freue mich auf ein paar Tage Ostsee. Da ist mir das Wetter ganz egal. Ich will lediglich die Sonne im Meer versinken sehen….

im Mai

…, da bin ich rundum froh wie ein Mops im Paletot. Heißt, im Mai, zumal in einem üppigen, grünen, Blüten und Blumen anbietenden, wie dem diesjährigen, kann mich nichts und niemand ärgern. Ich hab einfach gute Laune. Und blicke in Gesichter anderer gut gelaunter Menschen. Während der kühlen, feuchten ersten Hälfte des Monats hatte ich frei. Da wurde ausgiebig Thüringen und Sachsen besucht. Die reine Erholung. Die Landschaft, die Luft, das Essen! Und jetzt, wo sich der Mai schön sommerlich zeigt, arbeite ich durch. Aber ich nehms gelassen. Mein Sommer kommt noch!

Damit mein Lieblingsautor und Quotensachse M. Biskupek den Sommer auch genießen kann, muss er nur noch seine üble Erkrankung überstehen und genesen. Dafür drücke ich feste die Daumen.

Völlig egal waren und sind mir der Eurovision Song Contest, die Deutsche Fußballmeisterschaft (Bayern München ist wieder Erster) und die Erklärungen und Analysen nach der Wahl zum EU-Parlament, die weit und breit immer nur Europa-Wahl beniemt wird. Europa ist und bleibt der Kontinent. Zu dem auch Russland gehört und Norwegen und die Schweiz, die Ukraine und…

im April

meinem Geburtstagsmonat, konnte ich schon einiges erledigen. So nutzte ich das Geburtstagswochenende zum Vorrichten. Tja, det wissn Berliner jetzt nich, wat vorrichten ist. Wir Sachsen meinen damit renovieren, malern, die Wohnung schön machen. Bei mir war die Küche dran. Zu meinem Glück musste ich nicht allein…

Neulich war ich im Fernsehen. Nicht zu sehen. Sondern zu hören. In der beliebten Reihe des SWR „Eisenbahnromantik“ traten auch verschiedene Französinnen auf, denen ich meine Stimme lieh. Ich muss gestehen, dass ich zuvor noch nie „Eisenbahnromantik“ gesehen hatte.

Ich muss des weiteren gestehen, dass ich die Auftritte und Beachtung Greta Thunbergs übertrieben finde und davon ausgehe, dass zumindest ihre wundersame Bekannt-ja Berühmtwerdung gesteuert war/ist. Und wieder muss der gute alte Cicero herhalten: Cui bono? Das hilft Erklärungen zu finden.

Keine Worte habe ich für das, was derzeit in Frankreich abgeht. Die Meldungen über geschändete Kirchen in allen Landesteilen häufen sich seit Jahresbeginn. Man hat sich scheinbar daran gewöhnt, nimmt es hin. Und nie eine Meldung über Verdächtige. Wer zündet denn Kirchen an? Schlägt Altäre kurz und klein? Heute nun der vorläufige Höhepunkt: Großfeuer in der Notre Dame de Paris. Die Bilder sahen infernalisch aus.

im März

hat Berlin heute – am Achten des Monats – also erstmals einen Feiertag. Zu Ehren der Frauen. Wirklich? Nicht eine Trotzhandlung? Wir haben in Berlin die wenigsten Feiertage! In der Hauptstadt! Das kann nicht sein. Die Favoritin nimmt sich jetzt, was ihr zusteht. Feiertag am 8. März (nicht am 31. Oktober, wie die nächsten Nachbarn Brandenburg und Sachsen, nicht am 9. November, wie Historiker vorschlugen, nicht am 3. Oktober, wie es viele für folgerichtig gehalten hätten). 8. März interessierte in der Bundesrepublik bisher wenige. In der DDR wurden die Frauen an diesem Tag verordnet geehrt. Nun also ist der 8. März allen Berlinern verordnet worden. Es gibt Schlimmeres als einen Feiertag. Man kann ausschlafen, Wohnung putzen, Wandern gehen….

Wie man Frauen wirklich ehren könnte? Man gibt allen Frauen an diesem Tag arbeitsfrei. Konsequent freier Tag für Frauen am 8. März!

im Februar

haben wir immerhin schon den elend langen wie sinnlosen Januar hinter uns. Im Faschingsmonat stehen so viele Dienste/Schichten wie nie in meinem Kalender. Die Winterferien, die Erkältungswelle…. Da wird auch mal Ersatz gesucht.

Erfreut haben mich gleich in den ersten Wochen des Jahres einige Sonnentage, die „Blues Brothers“ im Theater Meiningen, ein Erwerb in der Dresdner Schmuckgalerie Bluemarine, schöne Podcasts, Tulpen in allen Farben, Judith Schalanskys „Verzeichnis einiger Verluste“, ein TV-Interview mit Michael Wolfssohn und natürlich meine Liebsten. Richtig sauer machten mich… Ach nö, in diesem Jahr will ich mich nicht ärgern, habe ich mir vorgenommen. Ich wüsste nicht, wo anfangen

im Dezember

…frage ich mich seit Jahren, wie die letzten 12 Monate so schnell vergehen konnten. Und mir fällt auf, dass ich jetzt definitiv nicht mehr jung bin. Schon wieder ein Jahr rum, wo ist nur die Zeit hin?!  Das fragt man doch als 20jährige nicht!  Jedenfalls ist jetzt schon wieder Weihnachten. Und ich freu mich drauf. Auch wenn die Feiertage wieder mit allerlei Fahrerei und einigen Schichten verbunden sind. Radio hat wie Zeitung, Krankenhaus, Polizei, Feuerwehr und und… rollende Woche. Kennt keine Feiertage. Ein wenig ruhiger ist es während der Weihnachtszeit schon in den Redaktionen. Hoffen wir, dass die Nachrichtenlage so bleibt. Ich erbitte mir keine Katastrophen, keine Anschläge und ähnliche Ungeheuerlichkeiten in den letzten Tagen des Jahres.  Dafür nehme gern ich langweilige Nachrichtenschichten in Kauf.

In diesem Sinne, allen frohe, gemütliche, friedliche Weihnachten!

P.S. Auch kurz vor Jahresschluss komme ich aus dem Kopfschütteln nicht raus. Hat sich doch erwiesen, dass der SPIEGEL ein kleines Bißchen Lügenpresse ist. Meine Konsequenz: selbstverständlich wird sich in alternativen Medien, Blogs und Artikeln informiert. So kann ich selbst abwägen, ob mir wer einen Bären aufbindet.

im November

durfte ich zu meiner Freude in einer neuen Episode der TerraX-Reihe des ZDF sprechen. Ich bin die deutsche, besser die berlinerische Stimme einer resoluten Sekretärin in einem Berliner Kommissariat  in den 20er Jahren. Ausstrahlungstermin weiß ich noch nicht.

Außerdem hatte ich die erfreuliche Nachricht vorzulesen, dass in Berlin der 8. März künftig gesetzlicher Feiertag wird. Ich finds klasse! 8. März – Internationaler Frauentag = Feiertag in Berlin. Sollte jemand solch einen Tag unnötig finden, führe er sich die neuesten Statistiken über Gewalt gegen Frauen, Ungleichbezahlung, Zwangsverheiratungen vor Augen. Außerdem hat Berlin von allen Bundesländern die wenigsten gesetzlichen Feiertage.

Für „meine“ 4jährigen in der KiTa Berlin-Mitte habe ich fleißig Weihnachtsbilderbücher gesammelt. In diesem Jahr soll es nur noch gemütlich zugehen (die Bayern haben den schönen Begriff „stade Zeit“) Die Kinder sind inzwischen mit Feuereifer meine Zuhörer. Ich werde wohl bis zum Ende ihrer Kindergartenzeit ihre Lesepatin bleiben.

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